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Daisuki

Catherine Hardwicke im Interview

Die süße Regisseurin: Catherine Hardwicke

Was haben Sie gedacht, als Sie gehört haben, dass Twilight so erfolgreich gestartet ist?
Cool! Nicht schlecht! Ich meine, das ist toll! Ich bin glücklich über all die Fans und dass der Film den Leuten gefällt. Es ist ein Durchbruch für eine Regisseurin. Die Zeiten ändern sich!

Was haben Sie zuerst gelesen, das Buch oder das Drehbuch?
Ich habe zunächst die erste Version des Drehbuchs gelesen, in dem Bella aber noch völlig anders dargestellt wurde. Wie ein Action-Girl, eine FBI-Agentin, die Wasserski fährt - Wie bei »3 Engel für Charlie«. Dann habe ich das Buch gelesen und habe mich in diese Welt, in diese große Liebe fallen lassen. Der Roman gefiel mir und ich dachte: »Das ist cool! Diese Welt will ich erschaffen!« Ich bin zum Studio gegangen und hatte viele Fotos und Skizzen und Ideen bei mir. Ich bin rein und meinte, dass es eine unglaubliche Welt ist, in der die Vampire auf eine faszinierende Weise eingebunden sind. Ich schlug vor, das Skript wegzuwerfen und ein neues zu schreiben, das dem Buch mehr ähnelt. Und so haben wir es dann auch gemacht.

Wir lieben diese Landschaftsaufnahmen. Auf einmal ist Regen eine wunderschöne Sache!
Ja, das hat mir auch besonders gut gefallen! Wir kennen Vampire meistens nur aus düsteren Pariser Gassen in dunklen Nächten. Aber wir haben sie noch nie in so einer atemberaubenden Landschaft gesehen. Und ich dachte mir, das würde sicher aufregend werden!

Haben Sie sich auch gleich in Edward verliebt, als Sie das Buch gelesen haben?
Oh ja, irgendwie ja! Er ist einfach wie ein Magnet - als ob man in einen berauschten Zustand fällt!
Das ist wie früher, als man den Namen des Jungen, in den man verliebt war, acht Millionen Mal in sein Schulheft geschrieben und Herzchen drum herum gemalt hat. Und wenn er vorbeigelaufen ist, hat er einen nicht mal angeschaut... Na ja, das ist eben die Macht der Liebe?!

Haben Sie besonderes Interesse daran, Filme mit oder für Teenager zu drehen?
Ja, alle meine bisherigen Filme richten sich an Teenager.
Ich habe zu Beginn meiner Laufbahn viele andere Projekte gestartet, die irgendwann gefloppt sind, und ich entschloss mich, nur noch Filme für Teenager zu drehen. Denn schlussendlich sind sie es, die ich erreichen möchte und die heute noch ins Kino gehen!
Die Teenager-Zeit ist einfach so faszinierend! Der Körper verändert sich, und Du machst alles zum ersten Mal: jemanden küssen, Auto fahren, sich betrinken... Alles ist möglich! Man findet heraus, wer man wirklich ist. Das ist echtes Drama!

Aber Teenie-Comedys sind nichts für Sie?
Ach, natürlich mag ich Comedys, aber ich habe mich nie wirklich in dieses Thema hineingearbeitet. Vielleicht mal irgendwann?

Haben Sie schon mal einen Roman verfilmt?
Mein letzter Film (»The Nativity Story - Es begab sich aber zu der Zeit...«) hatte ein Buch als Grundlage, das »Die Bibel« heißt. Also, ja, ich habe schon mal mit einem Buch als Grundlage gearbeitet! ^_^ Ich bin sozusagen von Jesus zu Vampiren gekommen.

Die Dreharbeiten

Autogramme, Autogramme, Autogramme!

Welche Szenen waren am schwersten zu drehen?
Eigentlich alle! Wir hatten einen sehr strengen Zeitplan einzuhalten, der uns etwa 54 Drehtage erlaubte. Ich wollte sehr viele Szenen draußen spielen lassen, aber das Wetter war einfach unberechenbar! Wir hatten nur selten ein Dach über dem Kopf und das Wetter spielte verrückt! In dem einen Moment schien die Sonne, dann regnete es in Strömen, dann kam der Sturm, dann hagelte es, es hagelte immer noch, dann war es bewölkt - und das alles innerhalb von vier Stunden! Wir mussten spontan auf das Wetter reagieren und Notfallpläne erstellen. Mal hatten wir die erste Hälfte einer Szene im Kasten und mussten schnell an einer vollkommen anderen Stelle weitermachen. Dann kam wieder die Sonne hervor und wir mussten die Szene abbrechen und wieder eine neue beginnen. Und wenn die Wolken wieder vor die Sonne zogen, drehten wir schnell an der ersten Szene weiter. Es war wirklich schwer für die Schauspieler, die Emotionen am Leben zu erhalten und sie immer wieder den wechselnden Szenen anzupassen.

Hatten Sie nach den Dreharbeiten Urlaub?
Nein, ich denke, das hier - mit Euch zu sprechen - ist mein Urlaub!

Warum, denken Sie, gibt es immer noch so wenige Regisseurinnen?
Ich denke, das ist einfach eine Männerwelt. Und Du musst kämpfen! Auch für Männer ist es schwer, einen Film produzieren zu dürfen. Selbst diejenigen, die von einer renommierten Schule kommen, haben es nicht leicht - aber immerhin noch leichter als wir Frauen!
Man glaubte einfach nicht an uns - alle dachten, ich könne gar nichts, keine Stunts drehen, keine Effekte darstellen. Du musst einfach kämpfen. Du musst besser vorbereitet sein und stark bleiben, egal, was die Leute dir vielleicht entgegenschmettern.

Wie schwer war es für Sie, überhaupt in dieser Branche Fuß zu fassen?
Es war sehr schwer! Ich hatte vorher zwei andere Drehbücher geschrieben, und hatte dafür ein sehr niedriges Budget! Ich brauchte Geld für meine Projekte, doch ich wurde immer abgelehnt: »Wir geben Dir für Deinen ersten Film niemals neun Millionen Dollar!«
Andere Regisseure haben es ebenfalls schwer, für ihren ersten Film Geld von einer Produktionsfirma zu bekommen, aber die können dann immerhin mit fünf Millionen Dollar rechnen. Ich bekam für den Film »Dreizehn« lausige 1,5 Millionen Dollar. Die Folge war, dass die Schauspieler meine eigenen Klamotten trugen, weil wir uns keine Kostüme leisten konnten. Wir benutzten alle meine Möbel, mein Auto... Man konnte mich nicht stoppen!
Ich glaube, ich habe während der Dreharbeiten zu »Dreizehn« drei Dollar verdient...
Mann muss am Ball bleiben, wenn man sich in diesem Business einen Namen machen will. Ich hatte keine andere Möglichkeit als zu kämpfen: Mein Vater ist Landwirt, meine Mutter ist Lehrerin. Da konnte ich keine Beziehungen nutzen. Und ich komme aus dem Süden von Texas - da hatte ich sowieso keinerlei Verbindung zum Filmbusiness.

Denken Sie, von nun an ist es leichter für Sie, höhere Mittel zu bekommen?
Ich hoffe doch, ja.

Vom Roman zum Kinofilm

Smile!
War Ihnen bewusst, welcher Hype sich bereits um die »Bis(s)«-Welt drehte, als Sie die Dreharbeiten zu Twilight aufnahmen?
In gewisser Weise schon. Ich wusste, dass es sehr viele passionierte Fans der Bücher gab. Heute sieht man Mütter in aller Kälte draußen stehen, die um 3 Uhr morgens mit ihren Babys darauf warten, Rob zu treffen, um ihm ihr Kind in die Arme zu drücken und ein Foto zu schießen. Das ist wirklich verrückt!
Also, ja, wir wussten, dass es auf der ganzen Welt so abgefahrene Fans gibt - nur, dass es so viele sind, ahnten wir nicht!

Hat Stephenie Meyer, die Autorin der Bücher, Ihnen beim Dreh geholfen?
Ja, sie war auf jeden Fall involviert. Dieser Film ist ihr Traum und die ganze Geschichte entsprang aus ihren Ideen. Ich wollte, dass sie dabei ist. Sie hat uns außerdem ihr Manuskript zu Verfügung gestellt und hat uns dreimal am Set besucht. Sie taucht sogar kurz im Film auf!
Sie steuerte auch viele Ideen für die Umsetzung bei - und währenddessen schrieb sie zwei weitere Bücher! Sie ist wirklich unglaublich! Deshalb konnte sie aber natürlich auch nicht ständig am Set sein, aber sie hat mir und meinen Fähigkeiten vertraut, und das war echt cool!

In einem Interview sagte Kristen Stewart über Sie, dass Sie ziemlich exzentrisch seien - Kristen Sie aber trotzdem sehr in ihr Herz geschlossen hat.
Was?! Ich und exzentrisch?! (lacht) Ich weiß nicht. Ich meine, was bedeutet schon exzentrisch? Ich hoffe doch, dass ich ein bisschen abgedreht bin!

Sie haben die gefährliche und romantische Atmosphäre des Buches sehr gut im Film dargestellt. Haben Sie dabei irgendeinen Druck von außen gespürt? Oder war es sowieso Ihr persönlicher Wunsch, den Roman genauso umzusetzen?
Als ich das Buch gelesen habe, habe ich begonnen, Skizzen anzufertigen und Ideen zu entwickeln und ich wusste einfach: Das will ich machen! Ich hatte kurzzeitig schon ein bisschen Angst, ob ich der Aufgabe gewachsen bin, aber das ist eben die Herausforderung, die man meistern muss. Das war spannend!

Wer ist Ihre Lieblingsfigur in Twilight?
Ähm... hm... Das ist eine fiese Frage! Ich denke, ich muss wohl Edward sagen - er ist einfach faszinierend! Aber Bella liebe ich genauso. Nur, in Edward schlummern so viele Probleme und Gegensätze...

Sie sagten, Sie kommen aus der südlichsten Spitze von Texas. Ist das der Grund, weshalb Sie ein Obama-T-Shirt tragen - um Ihre politische Einstellung zu äußern?
Oh, gute Frage! Irgendwie schon, ja. Mein Zipfel, aus dem ich komme, ist demokratisch - damit stehen wir in Texas ziemlich allein da. Ich stamme also aus dem guten Teil von Texas!!!