Rockig, melodisch, tiefsinnig: Es gibt viele Begriffe, die man für eine Beschreibung von MUCCs wandelbarem Musikstil benötigt. Die 1997 gegründete Band hat schon einiges durch- und mitgemacht. Persönliche Erlebnisse bringen sie in ihre Songtexte ein, die oft vonAngst und Verzweiflung, aber auch von Liebe und Freundschaft handeln. Jedes ihrer bisher fast zwanzig Alben ist ein besonderes und einzigartiges Werk - und so überraschen sie ihre unzähligen deutschen Fans immer wieder durch ihren Facettenreichtum!
Im Sommer 2007 waren MUCC im schönen Hamburg zu Besuch, wo sie gerade mit der befreundeten Band Balzac auf Tour waren und uns in einem exklusiven Interview Rede und Antwort standen!
|
|
DAISUKI: Drei von Euch kennen sich schon seit der Schulzeit und Ihr habt auch schon damals zusammen in einer Band gespielt. Welche Musikrichtung hattet Ihr zu der Zeit eingeschlagen?
MUCC: Das war eher noch so »Kindermusik«… ^_^ Eine echte Richtung hatten wir damals noch nicht. Wir haben uns eher so aus Spaß zusammengefunden und ab und zu ein paar Lieder gecovert.
War es damals also gar nicht Euer Ziel, berühmt zu werden?
Nein. Als wir alle unsere Schule beendet hatten, wollten wir sogar aufhören Musik zu machen.
Und wie kam es, dass Ihr doch weitergemacht habt?
Wir haben ja damals in unserer Heimatstadt (etwa 100 km von Tokyo entfernt) gelebt. Tatsurou sollte nach der Schule nach Tokyo gehen, aber er und alle anderen Mitglieder wollten die Band deshalb nicht auflösen und sind dann einfach mitgekommen!
Wie entstehen Eure Lieder?
Wir alle wirken auf unsere Songs mit ein, da wird niemand ausgeschlossen. Hauptsächlich kümmert sich aber Tatsurou um die Texte und Miya um die Musik. Dann arrangieren wir uns.
Eure Texte behandeln oft recht heftige Themen wie Depressionen, Ängste oder Weltschmerz. Seid Ihr mit dieser Ehrlichkeit und Direktheit auch schon auf Ablehnung gestoßen?
Findest Du unsere Texte zu hart? ^_-
Nein, ich persönlich nicht! Aber ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, auf diese Weise eine große Masse anzusprechen.
Was wir schreiben ist gleichzeitig eine Message an uns selbst. Wir sind einfach ehrlich!
Das finde ich super! Und auch viele unserer Leserinnen bewundern diese Ehrlichkeit und sind u.a. auch deshalb große Fans von Euch!
Danke schön! (auf Deutsch!)
Euer Album »Gokusei« hat Einflüsse von Ska- und Reggae. Hört Ihr diese Richtung auch privat?
Ja!
Kennt oder mögt Ihr auch deutsche Bands?
Rammstein höre ich gerne! Und Helloween.
|
|
|
In Deutschland habt Ihr den Ruf einer großartigen Liveband. Strengt Ihr Euch dafür besonders an?
Wir halten einfach als Band zusammen, auch auf der Bühne. Und wenn wir uns während eines Konzerts immer weiter reinsteigern und mit Gesten oder beispielsweise deutschen Wörtern mit dem Publikum »spielen«, überträgt sich die Begeisterung auch spürbar auf unsere Fans. Und wenn unsere Fans dann noch mehr abgehen als sowieso schon, übertragen sich das Adrenalin und die Euphorie wiederum auf uns!
Stimmt es, dass Ihr immer barfuß auf die Bühne geht?
Das wirst Du ja gleich selbst sehen! ^_^
Ihr seid ja schon einmal in der Markthalle in Hamburg aufgetreten. Habt Ihr noch Erinnerungen an das letzte Mal oder allgemein an das deutsche Publikum?
Das Konzert war unser erster Auftritt als Headliner in Deutschland. Deshalb waren wir auch super aufgeregt! Aber es scheint ja ganz gut geklappt zu haben! ^_^ Seid Ihr denn während oder vor Eurer Auftritte immer noch nervös?
Es kommt drauf an. Wir sind immer ein bisschen nervös, aber das ist kein Vergleich mehr zu damals!
Gibt es bestimmte Städte oder Länder, die Ihr privat mal besuchen oder in denen Ihr ein Konzert geben wollt?
Wir würden gerne mal in die Schweiz. In Deutschland fühlen wir uns immer sehr an zu Hause erinnert!
Was hat Deutschland denn mit Japan gemein?
Die Atmosphäre in Deutschland ähnelt einfach der Japanischen! In Frankreich zum Beispiel fühlen wir uns viel fremder.
Hattet Ihr in Deutschland schon einen freien Tag, an dem Ihr Euch die Städte ansehen konntet?
Diese Tour ist total durchgeplant und sehr anstrengend. Unsere Touren sind meistens so geplant, dass wir zwei oder drei Tage, manchmal auch vier, durch das Land reisen und Konzerte geben und dann »Day off« haben, also einen freien Tag. Den hatten wir zufällig gestern in Hamburg! Und übermorgen haben wir sogar schon den nächsten freien Tag in München.
Und was hat Euch an Hamburg gefallen?
Das Essen! Aber eigentlich waren wir auf der Suche nach coolen Second Hand Shops, haben aber keine gefunden. Immerhin haben wir so etwas von der Stadt gesehen! In Berlin haben wir letztes Mal sogar eine richtige Sightseeing-Tour gemacht.
Manga und Cosplay ist bei uns in Deutschland zwar schon sehr beliebt, aber lange noch nicht so bekannt wie in Japan. Was haltet Ihr persönlich von Cosplayern?
Ein paar Leute in unserem Publikum verkleiden sich manchmal. Wir haben immer super viel Respekt vor der ganzen Zeit und dem Aufwand, den die Cosplayer in ihre Kostüme stecken.
Tatsurou: Ich wechsele manchmal zwischen einem weißen und einem schwarzen Outfit für die verschiedenen Auftritte. Wenn ich den schwarzen Anzug anhabe, schminke ich mich auch entsprechend dunkler. Als wir dann hier in Deutschland unsere ersten Auftritte hatten, habe ich mich total erschrocken, wie viele Jungs sich schminken! Ich hab total viele gesehen! Da war ich gar nichts »Besonderes« mit meinen schwarzen Augen. ^_^
Vielen Dank für das Interview! |