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| Mit dem ersten Teil der "Der geheime Zirkel"-Trilogie hat sich die amerikanische Autorin Libba Bray bereits tief in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben - und zwar auf der ganzen Welt! Nach "Gemmas Visionen" und "Circes Rückkehr" bildet "Kartiks Schicksal" nun den funkelnden Abschluss der einmalig magischen Buchreihe! Grund genug für Libba, sich auf der vergangenen Frankfurter Buchmesse zu einem wunderbar chaotischen Interview mit den DAIs zu treffen! |
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Gemma, Felicity, Pippa und Ann, die Hauptfiguren aus Ihren Büchern, haben sehr
unterschiedliche Charaktere. Welches der Mädchen mögen Sie am liebsten?
Bevorzugen Sie persönlich einen großen Freundeskreis oder haben Sie eher weniger, dafür
aber umso engere Freunde?
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In »Circes Rückkehr« gibt es zwei attraktive Männer, die Gemmas Herz erobern wollen. Wen
würden Sie wählen ? den ehrenhaften und intelligenten Simon Middleton oder den geheimnisvollen
Kartik?
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Glauben Sie an Magie?
Hmm? da schwanke ich zwischen zwei Zitaten: Das erste ist aus einem Gedicht von Shel Silverstein mit dem Titel ?Magic?. Es handelt von kleinen Kindern, die Elfen beobachten, mit Feen tanzen und mit Trollen sprechen. Und das Gedicht endet mit dem Satz: ?But all the magic I have known I?ve had to make myself? (Doch all die Magie, die ich kannte, musste ich selbst erleben.) Dem stimme ich zu. Aber dann gibt es auch noch dieses Zitat aus Shakespeares ?Hamlet?: ?There is more between heaven and earth, Horatio, than is dreamt of in your philosophy?. (Zwischen Himmel und Erde gibt es weitaus mehr, Horatio, als Du auch nur zu träumen wagst.) Dem stimme ich ebenfalls zu. Und hier stehe ich nun! Wie sieht das Paradies für Sie aus? Genau so. Ich lebe es. Jeden Tag. Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag so mächtig wären wie Gemma in Ihrem Roman? Oh, ich denke, man sollte mir wirklich keine Kräfte anvertrauen! Wahrscheinlich würde ich versuchen, etwas Wohltätiges zu tun, das am Ende absolut schiefgeht. Vielleicht bin ich wie Galadriel in »Der Herr der Ringe« und sollte bei der Frage um den Ring einfach passen. |
Wie lange trieb sich die Geschichte von Gemma und ihren Freundinnen schon in Ihrem Kopf
herum, bevor Sie sie niederschrieben?
Ungefähr ein Jahr. Sie war wie eine offene Akte in meinem Kopf, in die ich
zwischendurch Teile und Fragen hinzugefügt habe: ?Wie wäre es, wenn Gemmas Mutter sterben würde??,
?Was, wenn Gemma außerhalb Englands aufwüchse?? ?Wenn sie Visionen hätte?? ?Wie wäre es mit
fleischfressenden Waschbären, die Gedanken lesen können?!? Nee. Streich das. Das ist zu viel.
Wussten Sie schon von Anfang an, wie die Geschichte von Gemma enden würde?
Oh nein! Niemals. Und genau das macht so viel Spaß beim Schreiben ? dass Du sehen musst,
wohin es Dich führt.
Was machen Sie während des Schreibens? Hören Sie Musik?
Ja, das mache ich. Ich habe für jedes Buch, das ich schreibe, eine Playlist auf
meinem iPod. Ich liebe Musik und meine Playlisten helfen mir dabei, mich in die passende Stimmung
für ein Buch zu bringen. Beim Schreiben von ?Der geheime Zirkel? habe ich viel Sigur Ros, Tori
Amos, Echo & The Bunnymen, den alten David Bowie, Kate Bush und Roxy Musik gehört.
Ich liebe es, wenn Leser meinen Blog auf meiner Homepage besuchen und mir Titelvorschläge
bringen. So habe ich einige neue Songs kennengelernt, zum Beispiel von Sigur Ros.
Viele junge Mädchen träumen davon, eines Tages eine berühmte Autorin wie Sie zu sein.
Verraten Sie uns etwas über die guten und schlechten Seiten dieses Jobs?
Besonders schwer ist (?schlecht? wäre übertrieben), dass es sich die ganze Zeit um Dich
dreht. Niemand gibt Dir genau Anweisungen und leistet Dir Hilfestellung. Es liegt an Dir selbst,
jeden Tag zur Arbeit anzutreten und Dich darauf einzulassen, die Geschichte weiterzuentwickeln und
hinter Geheimnisse zu kommen. Das ist hart! Außerdem kann es ganz schön haarig werden, wenn man
Abgabetermine einhalten muss? Ich habe einige Nächte durchgemacht, um ein paar Manuskripte
fertigzustellen. Und danach schlief ich gefühlte Billionen Stunden.
Aber die schweren Aspekte des Jobs sind gleichzeitig auch die tollen Seiten. Die Story zu
entwickeln, die Reise zu beginnen und eigene Emotionen zu entdecken, die man bisher noch nicht von
sich kannte, ist wahnsinnig spannend und wird belohnt! Es ist großartig, auf diese Weise mit den
Lesern zu kommunizieren. Zumindest für mich. Und die ganzen liebenswerten Leser dann auch noch zu
treffen und mit ihnen zu schwatzen ist unglaublich!
Welche Bücher haben Sie als Teenager gelesen? Waren auch Comics dabei?
Ich lese alles! Wenn mir jemand die Cornflakes-Packung vor die Nase stellt, lege ich los und
freue ich mich, dass so viel Vitamin B6 drin ist. Wusstet Ihr das?!
Ich lese viele lustige Titel: von Woody Allen, Douglas Adams oder Monty Python. Während
meiner Schulzeit habe ich alle Klassiker gelesen. Ich habe mir alle möglichen Theaterstücke
angesehen und dann auch diese Werke gelesen.
Ich habe schon immer Krimis wie die von Agatha Christe und Arthur Conan Doyle geliebt. Meine
Lieblingsbücher damals waren ?To Kill a Mockinbird? (Wer die Nachtigall stört), ?The Bell Jar? (Die
Glasglocke) und ?Catcher in the Rye? (Der Fänger im Roggen). Letzteres war meine Bibel, als ich
sechzehn war!
Klar habe ich auch Comics gelesen! Als Kind habe ich Horror-Comics gelesen: Archie, Little
Lulu, Spiderman, Superman und Buck Rogers. Davon hatte ich sogar eine ganze Sammlung. Mittlerweile
lese ich eher Graphic Novels. Wenn Ihr einen tollen Mädchen-Comic lesen wollt, schnappt Euch ?The
Plain Janes? von meiner Freundin Cecil Castellucci.
Was für eine Schule haben Sie als Kind besucht?
Ich bin immer auf eine öffentliche Schule gegangen. In meiner Heimatstadt Denton, Texas, gab
es nur diese eine Highschool. Football war sehr hoch geschrieben, alles schien sich nur darum zu
drehen. Es gab die üblichen Cliquen: Sportler, Streber, Kiffer, Rollenspieler und ganz viele von
uns, die sich in keiner Clique so richtig zugehörig fühlten.
Wie würden Sie sich selbst als Teenager beschreiben?
Ich war eine echte Nervensäge!
Ich war absolut albern. Ein Clown. Ein kleiner Freigeist. Aber auch eine Träumerin. Ich habe
viel Zeit in meinem Zimmer verbracht, habe Musik gehört und von den Dingen geträumt, die ich
irgendwann mal machen wollte, Orte, die ich besuchen und Jungs, die ich unbedingt mal küssen
wollte.
Mit meinen Freunden habe ich viele Konzerte besucht. Manchmal sind wir auch nach außerhalb
gefahren, haben uns auf eine Brücke gesetzt, Bier getrunken und Musik gehört.
Ich war eine gute Schülerin in Englisch und Kunst, alles, was mit Kreativität zu tun hatte,
lag mir. Mathe und Naturwissenschaften? Eh, waren nicht so mein Ding. Ich war froh, wenn ich die
Kurse mit Ach und Krach bestanden hatte. In Mathe würde mich eine Viertklässlerin blöd dastehen
lassen.
Als Teenager war ich immer ruhelos. Ich wusste, da draußen würde noch etwas auf mich warten.
Und ich hab die Augen offen gehalten.
Führten Sie Tagebuch, als sie Teenager waren?
Ja, ich hatte eins. Es spielte eine wichtige Rolle in meinem Leben. Als ich gerade die Schule
abgeschlossen hatte, war ich in einen wirklich schweren Autounfall verwickelt, bei dem ich beinahe
umgekommen wäre. Mein Gesicht war zerstört. Knochenbrüche. Und ich verlor mein linkes Auge.
Zwei Monate später besuchte ich das College. Ich hatte wahnsinnige Angst, war innen wie außen
gebrochen. Ich hatte keinen Weg gefunden, mich auszudrücken ? meine Wut, Hoffnungslosigkeit und
Verzweiflung. Irgendwann begann ich, in mein kleines gelbes Tagebuch zu schreiben ? und fand so
meine Stimme wieder. Es rettete mich. Ich sage immer, dass ich genau weiß, dass Schreiben einem das
Leben retten kann. Denn meines hat es gerettet.
Sind Sie zum ersten Mal in Deutschland?
Ja, und ich habe mich gleich verliebt! Mit Deutschland verband ich immer nur die
Gebrüder Grimm. Eine Märchenwelt. Deshalb ist es schön, diese Welt einmal kennenzulernen. Mir sind
zwar noch keine fantastischen Kreaturen über den Weg gelaufen, aber ich habe schon toll zu Abend
gegessen, faszinierende Menschen kennengelernt und viel gelacht. Und ich habe gelernt, Wasser mit
Kohlensäure zu bestellen: ?Vassa mit kohlensaure?. Ich werde nie aufhören, das zu sagen! Aber alle
anderen haben jetzt schon die Nase voll davon! ^_^
Woran arbeiten Sie im Moment? Wird es einen vierten Teil vom Geheimen Zirkel
geben?
Ich habe gerade einen Roman mit dem Titel ?Going Bovine? zu Ende geschrieben. Da geht es um
einen 16-jährigen Jungen, der an BSE leidet und sich auf einem Roadtrip mit einem Typen namens
Gonzo befindet, einem Kerl, der vor allem Angst hat. Es gibt auch einen punkigen Engel namens
Dulcie. Und viele schwarze Löcher, Parallelwelten, Bowling, Disney World und ganz viel anderen
verrückten Quatsch. Das Schreiben hat mächtig viel Spaß gemacht!
Danach werde ich an einem weiteren Roman für Kinder schreiben und später eine historische
Romanreihe beginnen. Ich würde auch nur zu gerne mal eine Graphic Novel schreiben?
Ihr Notebook trägt den Namen Lucille. Gibt es noch mehr Gegenstände, denen Sie Namen
gegeben haben?
Ja, dazu habe ich einen Hang? Warum? Als Kind war ich überzeugt, dass nichts
wirklich leblos ist. Wenn ich gegen eine Tür gelaufen habe, habe ich ihr einen Kuss gegeben und
mich entschuldigt. Schließlich hatte ich ihr wehgetan! Ich war ein eigenartiges Kind? Wirklich
eigenartig?
Stellen Sie sich vor, ein Tor aus Licht würde in diesem Moment neben Ihnen erscheinen.
Würden sie durchgehen?
Oh, natürlich! Aber ich würde etwas zu Essen mitnehmen.