Lesen Sie selbst gerne Jugendbücher? Haben Sie Lieblingsjugendbücher?
Ich lese sehr gern Jugendbücher, nicht nur, um die Konkurrenz zu studieren. Ich liebe ? neben
so herrlichen Klassikern wie von Astrid Lindgren - alles von Neil Gaiman und Jonathan Stroud,
außerdem fand ich Cassandra Clares Chroniken der Unterwelt sehr spannend, und gerade habe ich »Die
Tribute von Panem« von Suzanne Collins gelesen und war hellauf begeistert.
Haben Sie ein kleines Faible für Zeitreisen, oder wie kamen Sie auf die Idee, eine
Geschichte über diese Gabe zu schreiben?
Das war gar nicht meine Idee, sondern die des Verlegers. Für mich war es eine große
Herausforderung, mir zu diesem Thema eine Geschichte auszudenken. Aber ich hatte Unterstützung von
meiner Lektorin, Christiane Düring, die wunderbare Ideen für den Plot beigesteuert hat.
Sie haben schon unglaublich viele Bücher veröffentlicht. Gibt es darunter ein paar, die
Ihnen im Nachhinein besser gefallen als andere und auf die Sie besonders stolz sind?
Mir gefällt immer das Buch am besten, das ich gerade geschrieben habe - auf die
allerersten bin ich nicht mehr wirklich stolz ? Ich finde, ich bin viel besser geworden. ^_-
War es schon immer Ihr Traum, Autorin zu werden, oder hatten Sie auch mal andere
Berufswünsche?
Autorin war tatsächlich immer mein Berufswunsch, später kamen noch ein paar dazu? Wir können
froh sein, dass das mit dem Schreiben geklappt hat, wahrscheinlich wäre ich eine lausige
Psychotherapeutin geworden. Aber vielleicht eine gute Gartenarchitektin? Eigentlich bin ich
diplomierte Erziehungswissenschaftlerin? oh, ich war auch eine lausige Leiterin für
Mutter-Kind-Kurse ^_^
Viele DAISUKI-Leserinnen schreiben sehr gerne Kurzgeschichten und träumen teilweise sogar
davon, einmal eine so bekannte Autorin wie Sie zu werden.
Können Sie unseren Leserinnen verraten, wie Sie zu Ihrer ersten Buchveröffentlichung
kamen?
Mein erster Roman war fast fertig, da habe ich ihn beim Lübbe-Verlag abgegeben, weil der in
der gleichen Straße lag, in der ich auch gearbeitet habe. Zwei Tage später rief die Lektorin an und
bot mir einen Vertrag an. Das ist allerdings eher ein ungewöhnlicher Weg, ich glaube, ich hatte
einfach sehr viel Glück. Und Glück gehört sicher mit dazu, wenn man einen Verlag finden will.
Allen, die gern schreiben und veröffentlichen wollen, empfehle ich, am Ball zu bleiben, sich
vielleicht mit anderen in Schreibforen zusammen zu tun, viel zu lesen und niemals den Spaß zu
verlieren. Wenn man das schreibt, was man selber am liebsten liest, kann man eigentlich nichts
falsch machen.
Und könnten Sie etwas über die guten und schlechten Seiten Ihres Berufes erzählen?
Die guten Seiten: Man kann im Schlafanzug zur Arbeit gehen, man kann sich die Zeit frei
einteilen und man hat keine nervigen Kollegen, die ständig an der Bürotür vorbeikommen und
»Mahlzeit« sagen. Die schlechten: Man ist manchmal sehr einsam an seinem Schreibtisch und wünscht
sich einen nervigen Kollegen herbei, der »Mahlzeit« sagt.