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Wer sich auch nur wenige Minuten mit dem Thema "J-Rock" oder "Visual Kei" beschäftigt hat, wird kaum an einer ganz besondern Band vorbeikommen: Dir en grey! |
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Ihr habt Dir en grey 1997 gegründet. Wie würdet Ihr den Weg beschreiben, der Euch von damals hierher gebracht hat?
Die: Es gab Höhen und Tiefen.
War es schwer, den richtigen Weg zu finden? Oder hat der Weg Euch gefunden?
Shinya: Sowohl als auch. Am Anfang sind wir voller Geschwindigkeit und mit 120%iger Energie losgerannt, doch wenn man einmal zum Stillstand kommt, dann fragt man sich: »War das so richtig?« Aber die einzige Antwort auf diese Frage ist, den Blick in die Zukunft zu richten – also haben wir das gemacht.
Ihr sagt, es sei Aufgabe der Band, Gefühle von Trauer und Schmerz auszudrücken und nach außen zu tragen. Sind diese Gefühle heute die gleichen wie damals, als Ihr die Band gegründet habt?
Toshiya: Wenn man auf der Erfolgsleiter nach oben klettert, erlangt man auch eine bessere Sicht auf die Dinge. Man kann mehr sehen und mehr fühlen, und der Schmerz nimmt dadurch eher noch zu. Im Kern ist es somit das gleiche Gefühl geblieben, aber das Wie und Warum hat sich geändert.
Ist es denn in Japan normal, dass man seinem Schmerz und seiner Trauer Ausdruck verleiht – oder ist das eher ungewöhnlich? Kaoru: Es gibt nicht viele Bands, die wie wir sind. Wenn man das allgemeiner sieht, also auch Film und Fernsehen mit einbezieht, ist das so: Es gibt Menschen, die lieber traurige Filme sehen, da sie sich besser mit den Charakteren identifizieren können. Es ist für sie leichter, in die Story einzusteigen und sich darin wiederzufinden, und das genießen sie irgendwie. Also muss diese Haltung schon etwas Japanisches sein, und gleichzeitig ist sie irgendwie auch ganz normal. |
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Wie wichtig ist Euch Euer Image, also die bunten Kostüme, Euer Style, die Videos etc.? Als Ihr in der Berliner Columbia-Halle 2005 Euer erstes Deutschlandkonzert gegeben habt, hattet Ihr ziemlich normale Kleidung an. Warum? Verzichtet Ihr auch deshalb auf die großen Kostüme, weil die Fans Euch nachahmen und genauso anziehen wie Ihr? Wie steht Ihr dazu, dass manche Fans auch die destruktiveren Seiten der Band imitieren? Aber sobald Ihr in der Öffentlichkeit steht, habt Ihr doch auch eine gewisse Vorbildfunktion! Ist das eine anderes Gefühl, vor einem Publikum zu spielen, das wahrscheinlich zum größten Teil den Text Eurer Lieder nicht versteht? Seid Ihr glücklich, hier und jetzt? Vielen Dank für das Interview!
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