Stille Deine Sehnsucht auf www.bittersweet.de!

Daisuki

Detroit 7 im Interview

Tolle Indie-Band: Detroit 7
Detroit 7 sind: Tomomi Nabana (Gesang, Gitarre), Nobuaki Kotajima (Bass) und Miyoko Yamaguchi (Schlagzeug). Die Band wurde 2001 in Tokyo gegründet und im September 2002 erschien ihr Debütalbum »Ordinary Madness«. Ihr viertes und neuestes Album »Black&White« ist in Deutschland seit März 2010 zu haben. Zum Anlass ihres neuen Albums ist die japanische Garagen-Rock-Band auch auf Tour in Deutschland unterwegs und als sie im Hafenklang in Hamburg aufgetreten haben wir die Gelegenheit genutzt und sie vor ihrem Konzert interviewt. Natürlich haben wir Ihnen erstmal, mit einem Augenzwinkern, eine DAISUKI in die Hand gedrückt. Über die Tatsache, dass es ein Magazin im original japanischen Look auch hier in Deutschland gibt, waren sie total begeistert.

Unser Vorbild? Iggy Pop!

DAISUKI: Lest Ihr auch Manga? Welche Mangaka mögt Ihr am liebsten?
Detroit 7: Urasawa Naoki* finden wir gut, vor allem »21st Century Boys« und »Monster«.
Und Takehiko Inoue. Von ihm mögen wir besonders »Slam Dunk«.
Wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Wir (Tomomi und Nobuaki) haben in einer Pachinko-Spielhalle** gearbeitet und waren Arbeitskollegen. Zusammen haben wir die Band gegründet. Miyoko und Tomomi sind schon länger befreundet, und Miyoko ist dann später dazu gestoßen.
Arbeitet Ihr noch nebenbei beim Pachinko?
Nein! *lach*
Habt Ihr auch selbst Pachinko gespielt?
Nein, haben wir nicht!
 
Hat Euer Name eine bestimmte Bedeutung?
Also, es gibt eigentlich keinen Sinn dahinter. Uns ist bei der Wahl des Namens einfach nur der Wortklang wichtig gewesen.
Das hat auch gar nichts mit Amerika zu tun?
Eigentlich ist es eher ein Zufall: Aus Detroit kommen zum Beispiel Iggy Pop und MC5. Das ist ja eigentlich eine sehr bekannte Metal- oder auch Rock-Stadt. Aber als wir uns damals den Namen überlegt haben, haben wir gar nicht daran gedacht. Im Nachhinein fanden wir dann, dass das ja ziemlich gut passt!
Welches sind denn Eure Lieblingsbands oder auch Vorbilder?
Also bei unseren Vorbildern ist die Nummer eins Iggy Pop. Wir mögen auch die Fishmans***!
Schreibt Ihr Eure Songs alle selber, oder habt Ihr auch einen Songwriter?
Nein, die schreiben wir alle selber.
 
Seid Ihr mit dieser Tournee das erste Mal in Europa?
Nein, wir sind schon zum zweiten Mal hier.
Und wie gefällt es Euch in Europa?
Sehr gut! Es gibt viele alte Gebäude, man spürt die Historie. Gleichzeitig sind die Zuschauer hier sehr energetisch und sehr gut dabei. Man merkt, dass es dem Publikum viel Spaß macht und dadurch bringt es auch der Band doppelt so viel Spaß.

Wir sind immer noch aufgeregt!

Gibt es einen Unterschied zwischen dem japanischen und dem europäischen Publikum?
Es gibt einen Unterschied – und zwar einen riesigen! Die Japaner sind zurückhaltender. ^_^
Tanzt Euer japanisches Publikum denn auch?
In Japan sind vor allem die Leute, die uns zum ersten Mal sehen, etwas zurückhaltender. Die Fans, die schon länger dabei sind, sind aber auch aufgewärmt und gehen richtig mit. In Europa geht das ein bisschen schneller, da wird auch früher getanzt.
Ihr seid sehr viel unterwegs. Habt Ihr da überhaupt Zeit, etwas anzuschauen?
Bis jetzt hatten wir schon immer wieder Freizeit. In Frankreich konnten wir den Mont Saint-Michel anschauen, der ist für Japaner eine besondere Attraktion. Gestern in Köln haben wir auch den Dom besichtigt.
 
Seid Ihr vor einem Konzert noch aufgeregt, bevor Ihr vors Publikum tretet, oder ist das schon zur Routine geworden?
Tomomi : Ja, ich bin immer noch aufgeregt.
Nobuaki: Ich weiß nicht so genau, ein bisschen wohl schon.
Miyoko: Das kommt auch ein bisschen auf die Tagesform an. Wenn zum Beispiel die Hand wehtut, dann bin ich etwas aufgeregter, als wenn alles glatt läuft.
Tomomi: Ich bin wohl am meisten aufgeregt. Ich geh dann ganz häufig auf Toilette, auch wenn ich eigentlich gar nicht mehr muss. Dann geh ich trotzdem noch mal zur Sicherheit.
 
 
*Wer den Lieblingszeichner der Band kennenlernen möchte: Im November erscheint der erste Band der Sciene-Fiction-Reihe »Pluto« von Urasawa Naoki bei Carlsen Manga! **Glücksspielautomaten, die in Japan sehr beliebt sind. In den Pachinko-Spielhallen stehen teilweise Hunderte der Automaten. Da in Japan das Glückspiel um Geld verboten ist, gewinnt man beim Pachinko nur Sachpreise, die man in einer Bude außerhalb der Halle gegen Geld umtauschen kann. Auf diese Weise wird das Verbot geschickt umgangen.
***Japanische Dub-Band