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Daisuki

Coole Typen ganz privat

Als Horrorpunkband wird die japanische Band Balzac zwar bezeichnet, doch als gruselig oder düster geben sich die vier Mitglieder nur auf der Bühne! In Skelett-Anzügen erinnern sie stark an ihr ursprüngliches Vorbild, die amerikanische Band "The Misfits".
Doch nicht nur innerhalb der Band hat seit Balzacs Gründung im Jahr 1992 ein Wechsel stattgefunden - auch der Musik- sowie der Kleidungsstil der Jungs hat sich verändert. Mittlerweile hat die berühmte Band, die sogar schon mit Bela B. und Rodrigo Gonzalez von den "Ärzten" zusammengearbeitet haben, ihr drittes Modelabel auf den japanischen Markt geworfen und fungieren dabei nicht nur als Designer, sondern auch als Models! *rrr*

Während ihrer Deutschlandtour mit MUCC haben wir die Jungs zu einem persönlichen und ultra lustigen Interview getroffen!

"Eigentlich sollte er nur kurz einspringen..."

DAISUKI: Hirosuke hat 1992 »Balzac« gegründet. Wie kam Dir die Idee, eine Coverband der amerikanischen Band »The Misfits« zu gründen? War das eher aus Spaß oder wolltet Ihr auf diesem Weg wirklich berühmt werden?
Hirosuke: Ich bin das einzige Mitglied, das bei der Gründung von »Balzac« dabei war. Nach und nach sind die anderen dann mehr oder weniger durch Zufälle dazugekommen.
Akio war früher eigentlich Fan von »Balzac« und ist dann irgendwie in der Band gelandet! ^_^ Und als wir im Jahr 2000 unseren damaligen Drummer verloren haben, haben wir Takayuki eigentlich nur gebeten, am Schlagzeug auszuhelfen, weil wir sowieso befreundet waren. Und daraus sind jetzt schon ein paar Jahre geworden!
 
Euer Angebot an beeindruckenden Merchandise-Artikeln ist beachtlich! Von Sammlerfiguren bis Buttons hin zu T-Shirts ist alles zu haben. Und Ihr habt sogar drei Modelabels (Shocker, Balzac und Dementia) gegründet! Wie kamt Ihr auf diese Idee?
Das fing eigentlich ganz simpel an! Wir haben ja schon unsere Bühnenoutfits mit dem Skelett-Aufdruck selbst kreiert. Und die Fanstimmen wurden immer lauter, dass sie auch diese Klamotten haben wollten! So steigerte sich das immer weiter hoch, sodass unsere Fans eigentlich alles haben wollten, was wir trugen. Deshalb haben wir eigentlich als logische Folge die Labels gegründet!
Zieht Ihr Eure Sachen denn auch privat an?
Ja! Das Hemd, das Atsushi zum Beispiel gerade an hat, haben wir auch entworfen! Nur die Shirts mit dem Skelett ziehen wir nicht im Alltagsleben an. Das würde wohl ein bisschen zu viel Aufmerksamkeit erregen! ^_^
 
Wie ist Euer bisheriger Eindruck vom deutschen Publikum?
Für uns ist es relativ schwer, mit dem deutschen Publikum zu kommunizieren, weil wir kein Wort Deutsch sprechen! Wir können nur an ihrem Verhalten erkennen, ob ihnen unser Auftritt gefällt. Wenn das Publikum zum Beispiel ruhig wird und nicht mehr so aktiv dabei ist, wissen wir, dass wir uns was einfallen lassen müssen! Das läuft alles über die Gefühlsebene ab.
  
Beherrscht Ihr überhaupt Fremdsprachen?
Nein, gar keine! Aber das ist in Japan ja eher normal. Wir sprechen ein paar Brocken Englisch, aber das reicht nicht, um sich zu verständigen.

"Wenn Fans anrufen, heben wir den Hörer ab!"

2004 seid Ihr zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten und die deutsche Band »Die Ärzte« ist sofort auf Euch aufmerksam geworden. Jetzt ist es schon so weit, dass Ihr mit dem Drummer der Ärzte, Bela B., ein Projekt gestartet habt, bei dem Ihr zwei seiner Singles gecovert habt und er wiederum zwei Eurer Songs. Wie kam es dazu?
Wir hatten vorher noch nie etwas von »Die Ärzte« gehört und wussten natürlich auch gar nicht, wie bekannt und beliebt sie in Deutschland sind. Bela B. amüsierte sich während unseres ersten Konzerts in Deutschland in der ersten Reihe und war kräftig am Head-Bangen. Dann sprach er uns an und die Dinge nahmen so ihren Lauf… ^_^
Hattet Ihr denn keine Probleme mit der deutschen Sprache, die die Coverversionen von Euch abverlangten?
Oh doch, und wie! Wir ließen den Text erst mal in Kanji übersetzen und taten dann unser Bestes, ihn so gut wie möglich auszusprechen. Am Anfang dachten wir aber, das wäre Englisch – bis wir irgendwann aufgeklärt wurden… ^_^
 
Wie lange hat es gedauert, bis Ihr nicht mehr mit »The Misfits« verglichen worden seid und Euch als eigenständige und erfolgreiche Band etabliert habt?
In den ersten Jahren befanden wir uns auch selbst noch auf der Suche nach einer Orientierung. Damals wurden wir natürlich auch noch total mit »The Misfits« verglichen, wobei wir meistens als »Nachmacher« betitelt wurden. Mit unserem zweiten Album änderte sich jedoch die Meinung der Kritiker, weil sie erkannt haben, dass wir sehr wohl eine eigene Richtung einschlagen und unseren eigenen Stil haben. 1997 sind wir sogar mit »The Misfits« in Japan aufgetreten, was für uns natürlich eine riesengroße Ehre war! Und auch die letzten Quengler sahen ein, dass wir keine schlechte Konkurrenz darstellen, sondern einfach »Balzac« sind – ohne Vergleiche oder Konkurrenzdenken. In den USA haben wir auch dasselbe Plattenlabel wie die »Misfits«.
 
Wie nah steht Ihr Eurem Fanclub »Balzac Fiendish Club«?
Der Club wurde anfangs eigentlich für unsere Freunde und Bekannte gegründet. Wir arbeiten auch immer noch aktiv an dem Club mit! Auch wenn wir im Ausland auf Tour sind, gibt unser kanadischer Dolmetscher die wichtigsten Infos und News immer schnellstmöglich weiter. Über unsere Homepage sind die Fans deshalb immer auf dem neuesten Stand. Und wenn wir zu Hause sind und nicht gerade in Tour- oder Studiostress sind, setzen wir uns auch selbst mal ans Telefon in der Zentrale und beantworten die Fragen der Anrufer.
Wissen die Fans denn dann, dass sie vielleicht gerade mit einem echten »Balzac«-Mitglied sprechen???
Nö! Deshalb ist das für uns auch immer besonders lustig!
 
Hattet Ihr in den letzten Monaten auch mal Zeit für Euch oder wart Ihr dauernd unterwegs?
Wir sind in den letzten Jahren eigentlich ständig unterwegs gewesen. Einmal sind wir 30 Tage lang mit dem Bus durch die USA getourt und haben nur den Bus und die Konzerthallen gesehen. Touren kann echt ganz schön hart sein.
Wie vertreibt Ihr Euch die Zeit, wenn Ihr so lange unterwegs seid?
Mit schlafen, lesen oder essen.
 
In etwa einer Stunde beginnt Euer Konzert und Ihr sitzt hier gerade total ruhig. Sieht das nur nach außen so aus oder seid Ihr wirklich keine Spur aufgeregt?
Wir sind überhaupt nicht mehr aufgeregt. Nach 40 Konzerten lässt das nach…
Wahrscheinlich sind die Fans, die draußen auf den Einlass warten, sind viel aufgeregter als Ihr! ^_^
Vielen Dank für das Gespräch!